Fliegen oder Fallen.

Juni 12

Gerade schwerwiegende Mail losgeschickt. Weiß, dass das richtig war. Unsicherheit versucht mich vom Gegenteil zu überzeugen. Aber ich weiß es besser. Leider? Fühlt sich teilweise so an. Aber das ist vertrauen lernen. Loslassen lernen. Eigene Ideen, Pläne. Zugunsten von jemand von dem man wissen sollte, dass er es besser weiß, besser macht als das eigene Hirn sich vorstellen kann. Oh man, wie sehr hänge ich doch an der Illusion besser zu wissen… und daran, dass es niemand mit mir besser meinen könnte als ich selbst.
Aber es hilft nichts. Entweder von der Klippe springen, alles auf eine Karte setzen, oder umdrehen, weggehen und nicht mehr daran denken. Aber niemals mehr am Rand der Klippe stehen und stehen und stehen und warten… und zögern… und Zeit wie einen schmutzigen Fluss an mir vorbeidümpeln lassen.
Aber weggehen ist letztlich nicht besser als zu springen und zu fallen…
Aber was wenn der Adler mich doch fängt und wir fliegen?

Vielleicht auch nicht

Mai 31

Ich hab keine Lust mehr auf den blöden Gedanken, nur weil man schreibt, müsste man umgehend veröffentlichen. Seit ziemlich genau einem Jahr macht er mich narrisch. Machen Menschen mich narrisch. Gaga. Kirre. Ich schreibe und das erfüllt mich total. Ich schreibe nicht nur einfach vor mich hin, ich denke vorher, währenddessen darüber nach. Hinterher. Logik, Sinn, Schönheit sollen in dem stecken was ich schreibe. Qualität. Es soll Herzen berühren. Und wenn das zuerst einfach mein Herz ist, dann reicht das aus. Darum schreibe ich. Das ist der einzige Grund, warum ich schreibe. Weil ich bei kaum etwas anderem so glücklich, so richtig, so nah an Gott bin.
Aber wer hat mir eigentlich jemals diese verblödetete Dummheit in den Kopf gepflanzt, dass ich, nachdem ich ein einziges Manuskript für mich zufriedenstellend beendet und erarbeitet habe, es gleich veröffentlichen muss? Wer entscheidet das, dass ich das muss? Ich bin Autor und Schriftstellerin, egal ob eine ISBN auf meinem Geschreibsel steht, oder nicht. Und wenn nur Gott und ich das wüssten, dann wäre das genug.

Ich habe es so satt erzählt zu bekommen, dass auch Schriftsteller und Künstler sich heutzutage verkaufen können müssen, sich selbst promoten, für sich werben. Wisst ihr was? Nö.
Ich habe viel zu lange versucht als Mensch zu leben, der anderen gefällt und zwar jedem anderen. Hab hinter Masken gelebt und doch nur Ablehnung erfahren, gemerkt dass es nichts bringt sich zu verstellen. Verletzt wurde ich, egal ob ich ich war, oder eine andere. Ob ich frech war, oder sarkastisch oder lieb. Und gerade weil ich heute freier bin denn je, weil Gott mich da rausgehauen hat, werde ich nie niemals wieder dorthin zurückkehren. An den miesen, beschissenen Ort, an dem man lächeln muss, obwohl es einem schlecht geht, an dem man nur noch Oberfläche ist und nicht mehr Tiefe. An dem man kein Mensch mehr sein darf, weil irgendwer einem erzählt hat, man dürfe das nicht. Man müsse nur funktionieren und vor allen Dingen sein wie alle anderen. Nur!
Ich will schreiben und reden wie mir der Schnabel gewachsen ist, ich will leben, was ich empfinde und echt sein. Ich will mich nicht mehr entschuldigen, dass ich bin wie ich bin. Fühle was ich fühle. Und glaube, was ich glaube. Ich will mich mit einem Herzen randvoll mit Freude und Energie, mit Leidenschaft und Begeisterung in einer Welt aus Kritik und Konkurrenz, aus Depressionen und Shitstorms nicht mehr schämen, nur weil ich anders bin. Ich will endlich, dass ich mich nicht mehr schlechter fühle, nur weil es mir aus Gott und meinem Ich heraus eigentlich immer ein bisschen heller und bunter geht, als dem Rest der Menschheit um mich herum. Ich will leben. Und ich werde es. Und wer nicht mitzieht, der soll von mir aus in seinem Trauerloch hocken bleiben und meckern und lästern und fiese Posts auf Facebook posten.
Nicht mehr mit mir.

Und um den Bogen zum Schreiben extrem kunstvoll wieder herumzuschlagen: Vielleicht ist es nicht dran, etwas zu veröffentlichen. Vielleicht bin ich nicht soweit. Vielleicht auch nie. Vielleicht ist das egal, weil ich es liebe zu schreiben, nicht zu verlegen. Weil meine Liebe und Gottes Liebe genug sind. Vielleicht sind Gottes Pläne später, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich viel größer. Vielleicht warte ich einfach. Bis eine Tür aufgeht, ohne dass ich erst eine Sprengladung daran anbringen muss. Vielleicht ist es ja ganz einfach. Vielleicht muss ich ja gar nicht. Gar nichts.
Vielleicht ist das naiv?
Vielleicht bin ich ja auch endlich, endlich ein Kind, das seinem allmächtigen Papa zu vertrauen beginnt.

Fragen und Antworten

Mai 12

Und jetzt ratet mal, von was es mehr gibt. Haha… Es liegen hinter mir: Das dritte Nachwuchsautorenseminar vom SCM Verlag und ein weiteres Netzwerktreffen vom UfC mit Stefan Driess. Gefühlt habe ich tausend Meinungen und Ratschläge gehört (die auch gewollt waren), mindestens doppelt so viele Argumente gesammelt und ca. hundert Mal innerlich einen Entschluss gefasst, der dann meist von nur einem Satz wieder zertrümmert wurde.
Man könnte ja jetzt denken, ich wäre wankelmütig, dabei weiß ich eigentlich genau was ich will. Aber was ich will, was Gott will, was möglich ist, was unmöglich ist, dass es das nicht gibt, was logisch ist, was rational ist, was Glauben ist… das sind noch mal sehr unterschiedliche Dinge. Nach viel unsicherem Gedankenherumfallen ist aber eines jetzt klar:
Ich lass mich von keinem Mensch mehr verrückt machen, oder verunsichern. Ich höre mir jede Meinung an, bin für jeden Gedanken dankbar, der meine begrenzte Grübelkapazität bereichert hat. Aber ganz zum Schluss, das weiß ich jetzt, wird die Entscheidung, egal welche es ist, nicht jedem gefallen. Noch weniger werden sie vermutlich verstehen. Aber das müssen sie auch nicht. Gott und ich. Wir zwei Hübschen müssen nur wissen, dass es richtig ist. Hab dich lieb, Papa 🙂
Es bleibt spannend, aufwühlend, nervenaufreibend… hurra. Wenn euch langweilig ist, versucht mal mit Gott zu leben, da gibt’s das nimmer 😀

Türen einrennen mal andersrum

März 14

Anfang des Monats hatte ich ja eher das Gefühl in einem Raum ohne Türen zu stehen, jetzt sieht’s eher so aus, als würden offene Türen auf mich einrennen. Na ja, wenn man sich rennende Türen vorstellen kann jedenfalls. Sie sind hinter mir her. Sie verwirren mich. Eine langsam anwachsende Schlange an Möglichkeiten, die ich gerne eine nach dem anderen prüfen und abhaken würde. Aber so funktioniert es nicht. Hier eine Frist, da ein Termin, dort wieder Warten. Deshalb habe ich jetzt mal die mürrische (haha) Taktik geändert und darauf gehört, was der Chef sagte: „Ich bin immer bei dir.“
Was für mich gerade beudeutet: Egal welchen Schritt du gehst, er ist da und wird mir rechtzeitig zeigen, was das Richtige ist. Hauptsache ich werfe schon mal meine imaginäre Angelrute in verschiedene Richtungen aus, werfe also Blicke durch die offenen Türen. Welche wird offen bleiben? Durch welche werde ich wohl tatsächlich durchgehen können? Oooooooh Herzrasenhüpfschüttelspannung!

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