Gar nicht so leicht…

August 31

Das ist natürlich die Untertreibung des Tages. Es ist bombig schwer einer offenen, ehrlichen, nichts desto trotz schonungslosen Kritik eine Antwort zu schreiben. Aber das ist leichter, als zu dem Punkt zu kommen, die Antwort überhaupt schreiben zu können, ohne Minderwertigkeitsanfälle zu bekommen. (oder Heulkrämpfe? Okay, das war zu dick aufgetragen, ich hatte keine Krämpfe!!!) ;)Nach einigen Wochen der Verdauung und Zwiesprache mit dem Herrn Himmelspapa, nach Grübeleien und Fragen, nach Gefühlswirrwarr und wachsendem Frieden… äh fühlt sich so ne Kritik immer noch an wie ein Backstein, der mit überdimensionalen Tackernadeln in dein Herz getackert wurde, aber… es ist auch Sicherheit da. Frieden. Manches muss man ändern. Nicht perfekt. Muss aber auch nicht. Und manches muss man (okay, nicht man: ICH) auch lassen. So wie es ist. Manches ist so wie es sein sollte. Und wenn das jetzt doch nicht stimmt, dann hoffe ich, dass der kreative Berater und letzte Entscheidungsinstanz meines Schaffens (auch bekannt als Heiliger Geist) bald die Notbremste zieht und sagt: „Äh… warte mal, da haste was falsch verstanden)

Danke Gott fürs Durchstehen. Danke fürs Aushalten. Danke fürs an-der-Hand-halten. Danke, dass du Chaos mit Stille tauschst.

Die Woche endet, das Schreiben nicht

Januar 28

Ich möchte euch mitteilen, dass ich immer noch nicht fertig bin. Jaja, neulich noch, da habe ich geprahlt. Von wegen noch drei Kapitel. Haha… ja warum werden dann die Kapitel plötzlich immer länger, warum tauchen Inhaltsverzeichnis immer neue Kapitelüberschriften auf? Warum bewegen sich meine Charaktere so schnarchnasig durch die Gegend?

Ich habe wieder angefangen ein Buch zu lesen. Merkt man, oder? Ich schlage es auf, ich lese los und denke mir: Man, diese Autorin hat ein Tempo drauf, da rast man ja nur so durch die Handlung. Und trotzdem ist es nicht oberflächlich, im Gegenteil, die Abgründe der Prota springen dem Leser ins Gesicht, ins Gehirn. Ständig passiert was, kaum Ausruhen, keine Ahnung wohin das alles führen soll. Dann die unabänderliche Schandtat im Kopf des Schreiberlings: Der Vergleich!

Also bei mir ist ja nur halb so viel Handlung drin. Und wenn ich jetzt mal alle auftauchenden Charaktere zähle. Irgendwie sind das nicht so viele. Mein Plot ist nicht annähernd so ausgefeilt oder komplex. Keine Verirrungen, viel Verwirrungen?! Hilfe soll ich das alles in die (Insider aufpassen!) Tonne knüppeln?

Ich weiß schon, warum ich mich in den letzten Monaten vor diesem und ähnlichen Büchern gedrückt habe. Nur Kinderbücher oder Romane mit völlig anderem Thema als mein eigenes Projekt, gelesen habe. Aber die Ausleihfrist läuft ab und ich will, will, will es lesen. Ätsch, das hab ich jetzt davon.
Glück: Bin jetzt so viel näher am Ende, als am Anfang, dass Aufgeben einfach nimmer drin ist. Das funktioniert wie bei S21. Wenn man einen bestimmten Punkt überschritten hat, hat es nix mehr mit Logik zutun, dass man weitermacht.
In meinem Fall hat es mit Lior zutun, er hat mir das beigebracht: Beute schnappen, mit Zähnen und Vorderpfoten festhalten und wenn es noch zuckt, mit den Hinterläufen drauf einprügeln. So läuft das jetzt mit meinen Charakteren. Ich werde sie bis zum Ende prügeln, auch wenn der Handlungsspaziergang jetzt vorbei ist und sie leiden müssen.

Wenn das jetzt verwirrend war, seien Sie froh, dass Sie nicht in meinem Kopf stecken!

Ich knuddel euch liebste und rarste Leser *drück*