Juli 17

Lang lang ist’s her, doch manche von uns, speziell Famis und Bibliothekare erinnern sich noch… Da gab es das Schlagwort. Ein scheinbar gar nicht so harmloser Begriff, griffig, einprägsam. Und symbolisierte auch ebensolches. Schlagwörter wurden gebraucht, um an die richtige Information, das richtige Buch zu kommen. Ein Filter in der Flut der Informationen im so passend betitelten Informationszeitalter.
Nun ja, zu dieser Zeit wurden Schlagwörter sorgfältigst und nur aus einer bestimmten, in einem Verzeichnis festgelegten Auswahl ausgesucht und dann auf kleine beige Karteikarten geschrieben, die gemeinsam dann den heute urzeitlich anmutenden „Zettelkatalog“ bildeten. Ein Verzeichnis aus Schlagwörtern, denen die zum jeweiligen Schlagwort passenden vorhandenen Bücher zugeordnet wurden. Dies machte das Recherchieren nach Thema möglich.

Und jetzt erlebt dieses berufsgeheime Wort, das bisher nur Menschen mit besonderer Ausbildung, fachmännisch und wohl überlegt benutzten und vergaben plötzlich eine Renessaince. Nämlich als „Hashtag“. Ja echt jetzt? Tatsache, Hashtags sind, mal abgesehen von der vermutlich nur technhisch relevanten Raute, absolut nichts Neues. Zumindest für Leute, die beruflich schon immer mit Recherche und Informationsbeschaffung und – filterung zutun hatten. Bzw. dies leisten mussten. Und im neuen Look mit cooler Raute und englischem Namen kommt es daher das Hashtag und tut so, als wäre es was Neues. Hoffe, ihr seid jetzt eines besseren belehrt, nein darüber informiert worden.

Denn, Leute, seien wir mal ehrlich. Was wirklich, wirklich Neues, gibt’s heute doch gar nicht mehr. War allet schon mal da, kleidet sich heute meist nur in mordernem Kleidchen und schon ist es hip 😀

Das war das Wort zum Donnerstag, weil es schreibtechnisch sonst nichts Neues gibt, außer einer (Himmel sei Dank) kompletten Datenrettung und dem nervenzerfetzenden Vorgang der Auswahl eines neuen Notebooks. Und den beinahe Ohnmachtsanfällen bei den Mindestpreisen. 😀