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Soweit so fertig

Juli 11

Ha, 24000 Worte in… äh Moment… also höchstens nem Monat. Das ist momentan ja echt der absolute Wahnsinn. Jaja, nicht gleich in Jubel ausbrechen da draußen. Ich mach das für euch 😛
Also die Geschichte ist auf virtuellem Papier runtergekritzelt und damit hab ich jetzt Ruhe damit. Die hatte ich nämlich nicht, bis ich fertig war.
So, jetzt kann ich mich vielleicht mal wieder einem der unzähligen Büchern widmen, die hier in verschiedenen, nach Bücherei sortierten Stapeln herumliegen.
Wollte ich nur kurz vermelden. Mööööp!
Und alle Schreiberlinge wissen ja: Hauptsache schreiben. Egal was. Schreiben: Einkaufszettel, Liebesbriefe an den Mann, Notizen um sie sich an die Stirn zu pappen und ja, auch FanFiks zu unnötig gepushten Bösewichtcharakteren! Zählt alles 😛

Eine gute Woche euch allen!

Wieso der schon wieder?

Juli 2

Ich kann’s euch auch nicht sagen. Ist ja nicht so, als lägen meine Bösewichts-Fangirlietage lange hinter mir. Wirklich…
Aber jetzt sitze ich hier, es ist fast Mittag und meine Familie hat bisher nur meinen Kopf von mir zu sehen bekommen, der über dem Laptop hervorragt und das wegen LOKI!
Halloho!
Eine FanFic? Schon wieder? Möchtest du nicht mal was ERNSTHAFTES schreiben?
Ganz ehrlich? Liebend gern!
Aber die Idee kam einfach angedackelt, hat sich aufgedrängt, in beinahe kompletter Ausfertigung und schrie mir ganz zärtlich in den kreativen Teil meines Hirns: Schreib! Es! Auf!
Und das mach ich.
Und ihr lieben Leser, die ihr den erwachsenentypischen Reifegrand der Begeisterungslosigkeit schon erreicht habt: Sorry.
Ich bin einfach nur total begeistert mich mal wieder in eine Geschichte reinsaugen zu können, etwas zu erschaffen. Egal was für einen mangelnden literarischen Wert aus der Sicht von sonstwem das jetzt hat. Ich bin im Schreibrausch und wenn das gerade mit Loki geht, dann halt mit Loki.
In was für Gefilde das bisher geführt hat… bringt sogar meinen Männe zum Kopfschütteln. Aber er grinst dabei. Puuuuh. Glück gehabt.
Seltsame, seltsame Wege.
Ich verbleibe, nicht ohne euch das beständige „Klackerdiklack“ einer ratternden Tastatur aus den Neunzigern in den Kopf gesetzt zu haben.
Gesegneten Sonntag!

Projekt: Weltenträumer

Mai 3

Manche Projektideen hab ich zwar als Kategorie erstellt, aber nicht mal ne Notiz dazu hiergelassen. Bei meinem neuesten, aktuellen Projekt, das gerade dabei ist, langsam zu mir zu fliegen (immer schön häppchenweise), will ich das anders machen.
Natürlich ist der Titel genauso zutreffend wie irreführend 😀 und verrät viel und nichts und ist natürlich nur mein persönlicher Geschichtenprojekt Kosename.
Die Geschichte wird was mit Träumen zutun haben. (Ach was) Und auch was mit Welten (echt jetzt?)
Ich bin wahnsinnig informativ, oder?
Okay, was ich verraten kann, ist, dass die Grundidee tatsächlich aus Träumen entstanden ist. Aus zwei Stück. Einem, der schon ururalt ist und einem der ein paar Jahre her ist. Zusammengeschmolzen haben sie eine fantasievolle und, wie ich finde, aufregende Mischung ergeben, der ich gerade auf der Spur bin. Denn eine Idee ist noch keine Geschichte. So und da ich nicht mehr verraten möchte, werfe ich einfach ein paar Schlagworte alias Haaaaashtags in den bloggeristischen Raum und amüsiere mich darüber, was sie mit eurer Vorstellung machen.

Schnee
Traum
Sammler
falsch
Wald
Gemälde
Atem
löschen
Leben
Wächter
Schmerz
😛

Schneekind

Juli 30

Ich dachte mir nichts, als ich sie zum ersten Mal sah.
Beim zweiten Mal erinnerte ich mich nur, wegen des Kinderwagens: Ein schneeweißes Gefährt, das beinah lautlos über den holprigen Boden glitt.
Extravagant, dachte ich. Aber das lag nur an dem Ort, an dem ich ihr begegnete.
Auf dem Friedhof.
Doch immerhin war ihre Miene ernst. Sie war allein und das Baby schrie nicht.
Ich konnte mich wieder dem Grab meines lange verstorbenen Mannes widmen. Das Unkraut hatte keine Chance gegen meine neu gesetzten Begonien. Zweimal die Woche rückte ich ihm zuleibe und wenn es zu lange nicht regnete, marschierte ich auch alle zwei Tage zum Gießen auf. Im Hochsommer jeden Tag.
Und wie es sich gehört, waren meine Gedanken bei der Arbeit voller Erinnerungen, längst ihrer Farben beraubt, zum Glück auch ihrem Schmerz. Meistens…
Manchmal blitzte ein Bildfetzen greller auf, als die anderen, stach in Herz und Augen und zwangen mich dazu, mir über das Gesicht zu wischen. Wegen der schweißtreibenden Arbeit, so es.wirkte es hoffentlich.
In einen dieser Blitze fuhr der schneeweiße Kinderwagen, an dem Tag, als ich sie zum dritten Mal sah.
Und zum ersten Mal wirklich bemerkte.
Wie ein nächtlich eingeschaltetes Licht, blendete er mich, war viel zu hell für diesen Moment. Für diesen Ort. Für alles.
Es rumpelte leicht, als die Dame, die ein flatterndes Sommerkleid trug über eine Bodendelle steuerte. Ich stieß ein Schnauben aus und schüttelte den Kopf.
Für eine Sekunde zuckte sie, zögerte und fuhr dann unbeirrt weiter, den Kopf mit der wehenden Haarpracht noch ein bisschen aufrechter.
Von da an, beobachtete ich sie, wenn unsere Besuchszeiten sich kreuzten.
Immer trug sie Make-Up und war der Inbegriff der Gepflegtheit.
Nie blieb sie vor einem Grab stehen.
Und immer war ihr Blick mit dem Kind im Wagen beschäftigt. Ein überaus braves Ding, das niemals die Ruhe der Toten störte. Nicht wie seine Mutter.
Sie lachte nie. Weinte nie. Wirkte in ihrer Aufmachung immer Fehl am Platz. Schneeweiß der Wagen und sie oftmals in frühlingsbunter Aufmachung. Die gefasste Miene nur dem Ort zuliebe, an dem sie sich befand.
Sie war mir ein Rätsel.
Und ein Dorn im Auge.
Sie war ein Kaffeefleck auf einer frisch gebügelten Tischdecke. Gehörte nicht hierher.
Sollte mit ihrem kleinen Leben irgendwoanders schattige Wege in der Sommerhitze suchen und die Toten den Trauernden überlassen.
Der Sommer verging, Blumen verwelkten und der schneeweiße Kinderwagen ratterte weiter über die Friedhofswege. Das Kind verschlief die Besuche und seine Mutter kleidetete sich leuchtender, je düsterer die Tage wurden.
Frau Kötzle und Herr Frech steckten die Köpfe zusammen und schimpften leise. Aber mir schienen ihre Stimmen lauter zu werden, wie meine Blicke kälter, mit jedem Tag, den wir uns an den Anblick gewöhnten. Und auch der Ärger wurde zur Gewohnheit.
Schließlich kam der Tag, an dem der Kinderwagen stecken blieb.
Ich sah die Frühlingsfrau vor mir den Weg entlang schweben wie eine Tänzerin. Der Herbst hatte sich bereits rotgolden verabschiedet und uns in den Winter entlassen.
Die Landschaft war so weiß, dass die Gräber heute wie finstere Flecken wirkten.
Ich hielt höflichen Abstand, konnte den Kinderwagen heute ganz gut ignorieren, heute verschwand er beinahe inmitten all des Schnees.
Doch gerade als ich dies dachte, rumpelte es, die Dame stockte halb in der Kurve und der Kinderwagen neigte sich gefährlich zur Seite. Sofort lehnte sie sich in ihrem fellbesetzten Mantel dagegen, stützte das Gefährt und fand das Gleichgewicht wieder.
Es war so schnell gegangen, dass ich kaum drei Schritte hatte machen können, doch die hatten mich unfreiwillig nahe genug herangebracht, um einen Blick auf das Kind werfen zu können. Zu müssen!
Im flauschig ausgekleideten Inneren des Wagens purzelte ein Plüschtier zur Seite.
Ansonsten war er leer.
Die Dame setzte ihren verwaisten Kinderwagen zurück, holte um die Ecke weiter aus und stockte. Schaute über ihre Schulter.
Ich blieb stehen.
Meine Zunge schwer wie Blei, mein Gesicht erschlaffte zu roher Teigmasse, bei meiner Suche nach einem Satz, einem Wort des Verstehens.
Vergeblich.
Ihre Augen blitzten trotzig, doch jetzt sah ich genauer hin.
Unter den Stolz und die Farbe, die wie eine Maske ihr wahres Gesicht vor der Welt verbarg.
Ich hatte mich geirrt.
Die Trauer und der Schmerz waren tiefste Echtheit. Alles andere war aufgesetzt.
Hier war sie echt.
Abgetaucht aus einer lauten, schillernden Welt des Feierns und Lebens.
Hier weinte ihr Herz durch die Maske hindurch, ohne sie je zu verwischen.
Dieser Ort gehörte uns.
Denen die Trauern.
Uns.

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