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Der Herzblutverlag

März 14

Heute eine kleine Geschichte über Bücher und übers Beschenktsein und über Überraschungen und… Ich fang mal an:

Normalerweise leihe ich ja Bücher aus. In meiner Bücherei. In der Bücherei gleich um die Ecke. In der Bücherei in der Stadt. In der Onleihe. Leih, leih, leih! Zu kleine Wohnung, zu großer SUB. Aber es gibt tatsächlich Bücher, die ich gerne lesen möchte, die keine Bücherei besitzt. Die muss ich dann halt kaufen. Mach ich ja noch viel lieber als leihen. So, da ich nun ein gehäuftes Interesse an einigen Büchern hatte, auf die das zutraf und die alle von einem bestimmten Verlag sind, habe ich dort einfach direkt bestellt. Kein riesiger Publikumsverlag, so ein kleiner. Feiner. Nicht ganz Institution, mehr so Menschen, die was mit Herzblut tun.
Dann bekam ich ein Paket. Mit den zwei bestellten Büchern drin. Und Lesezeichen mit den Covern. Und glänzenden Coverpostkarten. Ein Buch war von der Autorin signiert. Und zu einem gab es eine separate farbige Landkarte der Welt. Wo ist der Smiley, dem der Mund offen steht. Ich hab nicht mal Porto bezahlt!
Okay. Okay… wer Bücher bestellt und auch wer sie im Laden kauft, weiß, dass sie allein schon ihren Preis wert sind, aber dass man selten was kostenlos dazu bekommt. Wer in dieser Welt irgendwas kauft, weiß, dass man selten was kostenlos bekommt.

Ende Februar: Es haben sich für dieses Frühjahr wieder einige Wunschtitel des ominösen Verlages eingefunden. Na ja, denke ich mir, bestelle ich schon mal vor. Ach und weil mir der Titel da im Katalog auch noch gefällt, bestelle ich ihn gleich mit. Der ist schon lieferbar. Wird aber wohl erst mit dem Erscheinen der anderen geliefert werden. Egal, hab ja ein Kind, keinerlei Langeweile und das ist alles nicht mehr so dringend wie früher. Freu mich im April, hab bis dahin eh noch so viele Titel in der Onleihe vorbestellt.
Damit rutschte die Bestellung in meinem Hirn auf ein Regal ziemlich weit hinten und das Leben ging weiter.
Gestern eine Mail: Ein Kommentar zu meiner Bestellung. Entschuldigung, dass ich so lange warten musste.
Hä? Wie warten?
Lieferbarer Titel schon versendet. Und als Entschädigung mit kleiner Überraschung.
Entschädigung? Wie jetzt? Für was genau? Ich nix verstehen. Damit hab ich absolut nicht gerechnet. Ich muss doch schon keine Lieferkosten zahlen, dann müssen es doch keine zwei Lieferungen sein. Kostet doch extra! (Ich wohne schon ne Weile im Schwabenland, merkt man, gell?!) Tja in völliger Verblüffung und mit wachsender Neugier blieb ich zurück und stellte traurig fest, dass es keine Antwortfunktion in der Bestellung gab, um zu erklären: DAS WÄRE DOCH NICHT NÖTIG GEWESEN! (ich schreie nicht, die Buchstaben versinnbildlichen mehr meine aufgerissenen Augen und den aufgeklappten Mund)

Nachdem ich ja letztes Mal, bei einer normalen Bestellung schon so wundervoll beschenkt wurde, war ich echt gespannt, was jetzt eine Entschädigung sein mochte.

Heute war das Päckchen da.
Aufgerissen.
Buch eingeschlagen in hübsches Geschenkpapier!
Keks dabei! Tee dazu!
Und es flattert eine wunderhübsche Karte heraus, illustriert von einer Künstlerin des Verlags.
Eine Karte mit persönlichem Gruß, handschriftlich. (Jaaaa, solche Dinge fallen mir auf!)
Eine Karte, die ich mir im Set schon letztes Mal fast gekauft hätte um sie dekorativ irgendwo an die Wand zu pappen, weil sie sooo schön sind.
Ja, ja, die nie zufriedenen Kritiker werden auf diese Kleinigkeiten pfeifen, aber dieses Päckchen hat Liebe geatmet. Hingabe. Herzlichkeit.
Und ich hab mich wie Bolle gefreut.

Aber jetzt kommt der Clou für die „zwei Euro Karte is ja echt ne dolle Überraschung“-Zyniker
Abends komme ich dazu, das eingepackte Buch auszupacken. Ritsch, Rupf, weg mit dem Papier.
Ähm… hä? Da stimmt was nicht.
Mir fallen zwei Bücher in den Schoß. Eins, das ich bestellt habe. Und eins… dazu. Einfach so.

Einfach…
un
glaub
lich.

Liebe Astrid, du bist der Knaller. Vielen Dank für dein Herzblut, das nicht nur in die Bücher fließt, sondern in jedes Paket, jede Bestellung, jeden Menschen der hintendran ist. Hintendran an egal was. Buch schreiben, Buch lesen, Buch illustrieren, Buch korrigieren.
Ich habe mich heute so überfließend reich beschenkt gefühlt.
Du machst die Welt ein bisschen heller.

Und an alle, die noch immer mit sauertöpfischer Miene hier hocken und gar nicht wissen, warum sie diesen Schmand gelesen haben: Versucht heute mal irgendwas einfach so zu schenken. Gerade vielleicht, wann oder wo es keiner erwartet. Dann wird’s noch heller!

Rezension zu „Für immer die Seele“ von Cynthia J. Omololu

März 24

ImmerdieSeeleAls die 16-jährige Cole den Londoner Tower besichtigt, wird sie von einer unglaublich realistischen Vision heimgesucht: Sie erlebt eine Jahrhunderte zurückliegende Enthauptung! Und dieses Erlebnis bleibt kein Einzelfall. Wohin Cole auch geht, was sie auch berührt, seit Kurzem fühlt sie sich ständig in andere Zeiten und an fremde Orte versetzt. Wird sie vielleicht verrückt? Nur einer scheint sie zu verstehen: der Amerikaner Griffon, den sie in London kennenlernt. Doch Stück für Stück entdeckt Cole, welch dunkles Geheimnis sie und Griffon verbindet. Kann sie dem Jungen, den sie liebt, wirklich vertrauen?

Ich mag kein Rosa, aber dieses Cover habe ich geliebt. Verträumt, zauberhaft. Wunderschön. Und auch die Titelwahl finde ich sehr stimmig. Das sind die Dinge, für die es den zweiten Stern gibt. Ansonsten, ärgere ich mich nämlich richtig über das Buch. Dafür gibt es viele Gründe. Die fangen bei Winzigkeiten wie der konstruiert cool wirkenden Spitznamenwahl „Cole“ für Nicole und „Kat“ für Katharina an und gehen bis zu einer seicht dahinplätschernden und dazu noch leicht vorhersehbaren Handlung.

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Rezension zu „Das Tagebuch“ von Thomas Franke

März 15

Wie immer auch auf Lovelybooks und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Rezensenten

———————————-Tagebuch

Leon Weber ist bei den Überresten des Château de Chamilot in Frankreich auf der Suche nach den Überresten des historischen König Artus. Doch alles, was von seinem Team zunächst gefunden wird, ist ein altes Tagebuch aus der Zeit der französischen Revolution. Unzufriedene Geldgeber, misstrauische Nachbarn, Stromausfall und ein umherstreifender Wolf. Die Probleme sind zahllos, doch plötzlich rücken sie alle in den Hintergrund. Das seltsame Tagebuch beginnt zu verschwinden und verändert wieder aufzutauchen. Fehlende Seiten tauchen aus dem Nichts auf, der Einband ist weniger beschädigt als zuvor und Leon beginnt in die Seiten einzutauchen. In das Leben der Angélique de Vantes.

„Das Tagebuch“ von Thomas Franke hat mich mit seinem wunderschönen, geheimnisversprechenden Cover geködert und die Seitenzahl übersehen lassen. Mit über 500 Seiten kann man nämlich nicht von einem Schmöker für Zwischendurch sprechen, erfreulicherweise ist der geradlinige Schreibstil jedoch stramm gerafft und die Handlung entwickelt eine so große Sogwirkung, dass keine Langeweile aufkommt. Die Handlung ist dreigeteilt. Abschnitte, die in der Gegenwart spielen und aus Leons Sicht geschildert werden, wechseln sich mit Tagebucheinträgen von Angélique ab, denen meist eine Passage vorangeht oder folgt, in der aus der Sicht der jungen Frau die Geschehnisse um den Eintrag herum erzählt werden.

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Die Woche endet, das Schreiben nicht

Januar 28

Ich möchte euch mitteilen, dass ich immer noch nicht fertig bin. Jaja, neulich noch, da habe ich geprahlt. Von wegen noch drei Kapitel. Haha… ja warum werden dann die Kapitel plötzlich immer länger, warum tauchen Inhaltsverzeichnis immer neue Kapitelüberschriften auf? Warum bewegen sich meine Charaktere so schnarchnasig durch die Gegend?

Ich habe wieder angefangen ein Buch zu lesen. Merkt man, oder? Ich schlage es auf, ich lese los und denke mir: Man, diese Autorin hat ein Tempo drauf, da rast man ja nur so durch die Handlung. Und trotzdem ist es nicht oberflächlich, im Gegenteil, die Abgründe der Prota springen dem Leser ins Gesicht, ins Gehirn. Ständig passiert was, kaum Ausruhen, keine Ahnung wohin das alles führen soll. Dann die unabänderliche Schandtat im Kopf des Schreiberlings: Der Vergleich!

Also bei mir ist ja nur halb so viel Handlung drin. Und wenn ich jetzt mal alle auftauchenden Charaktere zähle. Irgendwie sind das nicht so viele. Mein Plot ist nicht annähernd so ausgefeilt oder komplex. Keine Verirrungen, viel Verwirrungen?! Hilfe soll ich das alles in die (Insider aufpassen!) Tonne knüppeln?

Ich weiß schon, warum ich mich in den letzten Monaten vor diesem und ähnlichen Büchern gedrückt habe. Nur Kinderbücher oder Romane mit völlig anderem Thema als mein eigenes Projekt, gelesen habe. Aber die Ausleihfrist läuft ab und ich will, will, will es lesen. Ätsch, das hab ich jetzt davon.
Glück: Bin jetzt so viel näher am Ende, als am Anfang, dass Aufgeben einfach nimmer drin ist. Das funktioniert wie bei S21. Wenn man einen bestimmten Punkt überschritten hat, hat es nix mehr mit Logik zutun, dass man weitermacht.
In meinem Fall hat es mit Lior zutun, er hat mir das beigebracht: Beute schnappen, mit Zähnen und Vorderpfoten festhalten und wenn es noch zuckt, mit den Hinterläufen drauf einprügeln. So läuft das jetzt mit meinen Charakteren. Ich werde sie bis zum Ende prügeln, auch wenn der Handlungsspaziergang jetzt vorbei ist und sie leiden müssen.

Wenn das jetzt verwirrend war, seien Sie froh, dass Sie nicht in meinem Kopf stecken!

Ich knuddel euch liebste und rarste Leser *drück*

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