Alle Posts der Kategorie Allgemein – das Leben und so

Alltagsinvasion mit Lacheffekt

Oktober 23

Während sich die Medien und das was man auch „Öffentlichkeit“ nennt, Sorgen um Invasionen des Islams, oder möglicherweise Russlands machen, habe ich in meinem kleinbürgerlichen Alltagsleben Probleme mit möglichen Invasionen ganz anderer Art. Kleinerer und doch universeller. Denn wie anders als mit einem Invasionsversuch lässt es sich logisch erklären, was heute vor meinen Augen geschah?
Auf Knien im Bad herumrobbend, mit Lappen und Zitronensprühflasche bewaffnet fand ich hinter einem frischen Stapel Handtüchern einen rosafarbenen Papierschnipsel.
Seine Herkunft? Unbekannt. Geradezu unergründlich.
Papier im Bad und dann auch noch pink? Das machte keinerlei Sinn. Musste aber auch nicht, denn kehren war später sowieso noch dran und im Zuge dessen würde der Schnipsel in den Müll wandern.

Aber oh, mein beschränktes menschliches Sehvermögen ahnte nicht die Gefahr. Wie dankbar und froh kann man da sein, einen Vertreter einer hypersensiblen Sondereinsatztruppe im Haus zu haben, deren visuelle und barthaarigen Sensoren die Gefahr sofort aufspürten.
Ein Feind, außerirdischer Natur, wie ich vermute, war eingedrungen. Mangels einer verbalen Verständigung bleibt mir jetzt nur noch, Mutmaßungen anzustellen, aber ich tippe auf eine Vorhut einer zweidimensionalen Streitkraft aus einem ziemlich barbiefarbenen Paralleluniversum.
Freund oder Feind? Mein Spezialist für alle unmenschlichen Sonderfälle war mit samtfüßiger Besonnenheit dabei, dies abzuklopfen. Welche Signale er bei der ersten Berührung verspürte, mag ich nicht zu ermessen, außerdem wurde ich genau in der Sekunde durch plötzlichen Baugerätslärm abgelenkt, in der der Feind offenbar zum Angriff überging. Ein elektrischer Schlag? Unsichtbare Strahlung? Wer weiß, doch mein Spezialist wurde beim Abtasten von etwas getroffen, das ihn in die Luft katapultierte und zum ungeordneten Rückzug bewegte. Während er in der Sicherheit des, bestimmt strahlungsresistenten Ofens, einen neuen Plan schmiedete, fühlte ich mich etwas hilflos. Ich war eingekesselt zwischen Badtür und, nun ja, Kloschüssel, ein regloser Papierschnipsel, scheinbar harmlos zwischen mir und der Freiheit und es gab keinen Weg daran vorbei.

Doch zum Glück kehrte Spezialist L. eiligst zurück, deutlich vorsichtiger, in geduckter Haltung, um sich an den Feind heranzupirschen. Eine Weile geschah gar nichts und ich fühlte die Hoffnung schwinden, dass mein Agent mit Sonderausbildung dieser außerirdischen Macht gewachsen war.
Doch da schlug er zu. Blitzschnell wirbelten seine Pfoten durch die Luft, nagelten, ungeachtet des Lebensrisikos, den pinken Feind auf den Badkacheln fest. Wie viel Schmerz die Gegenwehr wohl ausgelöst haben mochte? Kaum vorzustellen. Doch Agent L. packte todesmutig mit den Reißzähnen zu, riss den Eindringling vom Boden und schoss mit ihm pfeilschnell davon. Sie verschwanden in der Kommandozentrale unter dem Ofen.

Welche Foltermethoden wohl angewendet werden, um aus dem Alien den Grund seines Hierseins herauszupressen? Ob ich irgendwann seine verstümmelte Leiche finden werde? Doch im Augenblick ist die Gefahr gebannt, der Heldenmut und Glanz eines James Bond verblasst angesichts solcher Taten. Ich kann mich wieder sicher fühlen in meinen vier Wänden, die Invasion ist verhindert, dank eines einzigen rotbepelzten Superhelden. Superman? Die Avengers? Dürfen in Amerika bleiben, ich habe ja Cosmo Cat, der nach all der nervenaufreibenden Aufregung eine Pause verdient hat. Nicht auf einer tropischen Insel mit Cocktail und Mädchen im Arm, nein auch jetzt ist für Agent L alias Cosmo Cat die Sicherheit seiner Anvertrauten das höchste Gut. Denn während er auf dem Couchtisch zusammengerollt liegt, den Kopf immer der Öffnung des Ofens zugewandt, mögen seine Augen geschlossen sein, aber seine Radarohren kreiseln unablässig, immer in Erwartung einer neuerlichen Gefahr, die er bekämpfen muss. Und besiegen wird.

Geheimnistag

August 21

Ende Februar
büßt der Winter seine letzten Kräfte ein
Ende Februar
bereitet sich, verborgen vor aller Augen, das Leben vor, hervorzusprießen
Während die Kruste an der Oberfläche noch hart und kalt sein kann,
erwacht das Leben tief unten in der Erde aus dem Winterschlaf,
bereit zu kämpfen, nach dem Himmel zu greifen, zu reifen, zu wachsen,
der Sonne entgegen, dem Leben, der Wärme, die nach oben zieht und lockt
die hilft und flüstert „der Frühling ist da“.
Ende Februar ist der Anfang

Jeder Tag

Mai 22

Neulich sagte jemand zu mir (ich glaube, in Gottes Auftrag), dass jedes Wort das ich schreibe, egal was, mich weiterbringen wird.
Und was vielleicht aufmunternd gemeint war, ist für mich zu einem Versprechen geworden. Schreib, und Gott wird es segnen. Deshalb lautet seitdem mein Vorsatz: Jeden Tag zu schreiben.
Ganz egal was, egal wie lange und wie viel. Nicht an Projekten kleben und Zwang aufdrücken. Wenn Ratlosigkeit und Zeitmangel herrscht einfach den Kreativchef fragen, was ich schreiben soll. Mir Geschichten, Worte, Texte schenken lassen.
Okay, ich gebe zu, das ist noch nicht mal ne Woche her, aber bisher sind neben mindestens 8 neuen Seiten bei der Büchereifantasygeschichte, das erste GEDICHT seit Ewigkeiten entstanden… zumindest das erste ungezwungene. Und das erste (hoffentlich) von oben geschenkte/geführte Gleichnis. Oder Fabel oder wie auch immer.
Auch wenn ich dafür Insektenbisse und strategische Einschüchterungsattacken entgegengehen muss/te, oder vielleicht auch gerade deswegen, ist es richtig. Und gut. Und schön. Und einfach. Bleibt hoffentlich so… wird bestimmt noch besser.

Soweit… und weiter 🙂 Jetzt wird geputzt. Denn das ist voll echt das wahre Leben *seufz* 😉

Herausgefordet… Angenommen!

November 24

Uiui. Es war ein Wochenende voller Material, um das Hirn vollzustopfen, voller Herausforderungen und Emotionen. Input und Output und putput… Das kommt dabei raus, wenn man auf ein Schreibseminar geht. Horizonterweiternd, lehrreich und Fragen offen lassend. Wie ein Meißel, der Mörtel aus mancher geistigen oder schreibtechnischen Überzeugung gebrochen hat. Steine, die sich gelöst haben, aber auch solche, die jetzt fester sitzen. Ich habe jetzt sozusagen die eine oder andere Schraube locker, aber andere, sitzen auch fester. Nicht witzig. Schon mal drüber nachgedacht, dass man gar nicht alle Schrauben, die sich so im Laufe des Lebens in unser Herz und Hirn gedreht haben, braucht? Das manche vielleicht ganz schön hinderlich sein können.
Aber neben dem ganzen Handwerkskram waren ganz besonders die Gespräche wertvoll und inspirierend, grüblerisch und anregend. Tief und so unterschiedlich. Einfach bereichernd.
Die große Frage: Was jetzt? wurde zwar noch nicht konkret für mich beantwortet, aber das wird jetzt daheim erledigt. 🙂

« Older EntriesNewer Entries »